Nach dem Taifun „Haiyan“ / „Yolanda“

Die Philippinen haben in neuester Zeit so viel Medienaufmerksamkeit erhalten wie kaum jemals zuvor – Schuld daran waren das schwere Erdbeben mit dem Epizentrum auf Bohol und der fatale sogenannte Super-Taifun „Haiyan“ bzw. „Yolanda“, wie er hier auf den Philippinen genannt wird.

Taifun Haiyan, Typhoon Yolanda

Ich habe in den letzten Tagen so viele E-Mails und Facebook-Nachrichten in Bezug auf die Philippinen bekommen wie nie zuvor – und ich konnte immer noch nicht alle Fragen beantworten. In diesem Artikel möchte ich auf die wichtigsten Punkte eingehen:

Macht weiter Urlaub auf den Philippinen!

Vorweg gleich eine wichtige Message: kommt auf die Philippinen, jetzt brauchen euch die Menschen dringender denn je! Nach dem bisherigen Feedback zu urteilen, hat der Großteil der Urlauber den Trip auf die philippinischen Inseln für die nächsten Wochen oder gar Monate abgesagt. In vielen Köpfen sind vor allem die schlimmen Bilder aus Leyte, Malapascua Island, Bantayan Island und anderen stark beschädigten Gegenden präsent.

Auch wir haben mit vielen Menschen weltweit um die ca. 4000 Todesopfer getrauert, denken an die Filipinos in Not und versuchen auf verschiedenen Wegen weiterzuhelfen.

Aber: der Großteil des Landes ist verschont geblieben, und ist nach wie vor bereisbar! Gerade jetzt ist es besonders schlimm, wenn auch noch die Touristen ausbleiben. Nur ein Beispiel: vor ein paar Tagen waren wir kurz auf Panglao, wo nach wie vor fast alles intakt ist: das Erdbeben haben wir vor einem Monat deutlich gespürt, vom Taifun ist hier nicht viel angekommen, und trotzdem ist einer der bisher beliebtesten Touristenorte nun nahezu verlassen.

Dauis Kirche, Panglao, Bohol

Eines der wenigen Gebäude auf Panglao Island, die durch das Erdbeben zerstört wurden: die Kirche in Dauis

Für die nächsten Wochen gibt es leider kaum Strom, da einige Stromleitungen von Boheco („Bohol Electric Cooperative“), einem der beiden großen Stromlieferanten von Bohol, unterbrochen sind – sie befanden sich auf Leyte. Allerdings gibt es auf Panglao einige Resorts mit Stromgenerator, sodass wie gewohnt Urlaub gemacht werden kann.

Diesen Weg bahnte sich Taifun Haiyan / Yolanda (Karte)

Der Taifun traf im Osten des Landes zunächst u.a. auf Guiuan (Samar), dann auf Tacloban (Leyte), Ormoc (Leyte), Malapascua Island, Bantayan Island, Ilo-Ilo, Antique, Coron Island. Damit sind nur wenige Orte benannt; kleinere Inseln wie Homonhon Island wurden auch weitgehend zerstört.

Wiederaufbau auf Bantayan Island

Doch selbst dort, wo der Taifun sehr viel Verwüstung angerichtet hat, kann man als Urlauber helfen: so wurde neulich auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass man auf Bantayan Island bald als Freiwilliger (Volunteer) mit anpacken kann beim Wiederaufbau. Wir denken, dass das ein richtiger Ansatz ist!

Es ist also auf keinen Fall so, dass man auch aus „moralischen Gründen“ zuhause bleiben sollte – wer den Leuten helfen möchte, der kann es hier auch vor Ort als Urlauber tun.

Es ist übrigens auch möglich, bei weiteren Hilfsorganisation vor Ort mitanzupacken: wir haben z.B. letzte Woche beim DSWD (Department of Social Welfare and Development, www.dswd.com.ph) Notfallpakete geschnürt und hoffen, dass diese „relief supplies“ rechtzeitig bei den Notleidenden angekommen sind. Vor Ort waren neben hunderten von einheimischen freiwilligen Helfern auch einige „Americanos“ (d.h. westliche Urlauber), die ihren Beitrag geleistet haben.

DSWD, Cebu City

Beim Department for Social Welfare and Development kann man freiwillig mithelfen

relief supplies, DSWD

Die Care-Pakete („relief supplies“) werden in Cebu City von Volunteers gepackt und in die Notfallregionen verschickt

Man kann sich hier noch bis zum 30.12. melden, die Adresse ist: M.J. Cuenco Avenue corner General Maxilom Avenue, Cebu City, Cebu, Tel.: (032) 233 8779.

Es gab auch viele Fragen in Bezug auf direkte Geldspenden: wer nicht an die großen Organisationen spenden möchte, der kann sich auch an kleinere Helfergruppen wenden. Wir können z.B. www.bike4u.org empfehlen. Jens hat mit seinem Team auch schon nach dem Erdbeben vielen Leuten durch direkten Einsatz vor Ort helfen können und war gestern auch auf Bantayan Island unterwegs. Hier kommt euer Geld auf jeden Fall an der richtigen Stelle an.

Wo kann man noch Urlaub machen?

Wie auf der oberen Karte zu sehen ist, liegen die am stärksten betroffenen Gebiete auf einer Windschneise von Ost nach West bzw. die Visayas und ein Teil von Palawan. Es gab viele Fragen zu Palawan, wozu wir selbst nur wenige Informationen haben – bei Reisen nach Culion, Coron und Busuanga Island sollte man vorher evtl. mit den Tourismusbüros oder jeweiligen Resort-Betreibern sprechen.

Ansonsten lassen sich die meisten Inseln und Gebiete nördlich und südlich dieser Linie nach wie vor bereisen – einige Beispiele sind u.a. Siquijor Island, Camiguin, Siargao, Luzon, Puerto Princesa auf Palawan.

Ich persönlich kann euch jedenfalls nur dazu ermutigen, auch nach dem Erdbeben und dem Taifun hierherzukommen. Ich versuche in den nächsten Tagen auch noch die restlichen E-Mails zu beantworten und hoffe mit euch, dass vor allem die Notleidenden jetzt schnell Hilfe bekommen!

[Update vom 31.01.14]
Es gibt einige interessante Voluntourismus-Projekte auf den Philippinen für all diejenigen, welche gleichzeitig Urlaub machen wollen und dabei beim Wiederaufbau mithelfen möchten. Wir waren im Dezember auf Malapascua Island und haben uns das Projekt von „rebuild Malapascua“ angesehen und empfehlen es an dieser Stelle.

Einen weiteren lesenswerten Beitrag rund um die Freiwilligenarbeit in Capiz auf Panay findet man auf www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com.

Beste Grüße aus Cebu

About John

John ist ein leidenschaftlicher Philippinen-Reisender und möchte allen neugierigen Abenteurern dieses Land, seine Kultur, Menschen und Natur aus verschiedensten Perspektiven nahe bringen. Er hat die philippinischen Inseln über ein Dutzend Mal von Nord nach Süd, von Ost nach West und zurück bereist und lebt seit März 2013 überwiegend in den zentralen Visayas. Zusammen mit Sigi und Mel hat er über Jahre hinweg den Philippinen Tours - Reiseführer verfasst.

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2 Responses to Nach dem Taifun „Haiyan“ / „Yolanda“

  1. Nadja 25/11/2013 at 9:50 am #

    Super, danke für diesen Bericht. Bin selber grosser Phil-Fan und liiiiiebe das Land. Leute geht da hin, ein wunderbares Land und auch für Frauen super zum alleine bereisen.
    Kann ich nur empfehlen…ich habe 3 Jahre dort gewohnt…..und bin jährlich wieder unten, mittlerweile sogar mit unseren 3 kleinen Kids…
    Grüassli Nadja (coconuss.ch)

  2. John 26/11/2013 at 1:19 pm #

    Hallo Nadja,

    vielen Dank für den Kommentar! Wo genau auf den Philippinen hast Du denn gewohnt und wo reist ihr zum Urlaub machen genau hin?

    Liebe Grüße aus Cordova!

    John

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