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In diesem Beitrag möchte ich ein ausführliches Beispiel zu den Kosten beim Philippinen-Urlaub besprechen. Meine Ausführungen gehen zurück auf eine E-Mail, die ich vor ein paar Tagen bekommen habe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir planen einen Urlaubstrip auf die Philippinen für 1 Monat.
Reicht es aus wenn man ca. 2000 € pro Person für Flug (hin/zurück), Unterkunft, 4 Inlandsflüge, Verpflegung und Freizeit einplant?

Zu den möglichen Freizeitaktivitäten zählen:

– Tauchen
– Surfen
– Wandern
– Nachtleben
– Shopping

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Im weiteren Verlauf wurde mir dann mitgeteilt, dass schon ein Flug mit KLM für 580 Euro (!) hin und zurück organisiert wurde. Zudem sollen Luzon (Norden), Palawan und auch die Visayas (Boracay) abgedeckt werden. Die beiden Urlauber haben keine allzu hohe Ansprüche an die Unterkunft und wollen ca. eine Woche am Strand entspannen und zudem einen Surf- und Tauchkurs machen. Nicht gerade einfach, das alles für 2000 Euro unter einen Hut zu bringen, aber ich habe mir einmal die Mühe gemacht, mich ein paar Stunden hingesetzt und einen Reiseplan erstellt, der in etwa so aussieht (Dokument auf Google Docs).

Boracay Island

Auch Boracay ist bei diesem Tour-Vorschlag dabei. Foto: „Willy´s Rock“ von Bea Vaca.

Bei der Erstellung dieses Tourvorschlags gilt es zu berücksichtigen, dass es sich hierbei teilweise um subjektive „Idealwerte“ handelt, die von den tatsächlichen Preisen abweichen können. Allerdings gehen diese Werte auf meine persönliche Erfahrung zurück, die ich auf meinen bisherigen zwölf Reisen quer durch das Land gemacht habe und sollten damit einen recht soliden Anhaltspunkt liefern:D Es wurde ein Peso-Kurs von 60 Pesos für einen Euro angenommen.

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Kurz zu den Hotels: Ich habe hier für die Unterkunft meist einen Betrag von mindestens ca. 1000 Pesos pro Nacht für ein Zimmer für 2 Personen angenommen; sicherlich gibt es vereinzelt auch einigermaßen gute Hotels und Resorts, die günstiger sind. Aber ein Hotel für unter 1000 Pesos zu finden, das auch über ein ordentliches Bad (d.h. auch eine funktionierende Toilette mit Spülung und Dusche) verfügt, ist gerade in touristischeren Regionen nicht so einfach – Ausnahmen bestätigen da die Regel.

In Sabang, Puerto Princesa, bietes es sich zum Beispiel an, ein paar Nächte in „Mary´s Cottages“ zu verbringen – hierbei handelt es sich um einfache Nipa-Hütten am Strand, die jedoch völlig ausreichen und einen wirklich authentischen Aufenthalt an einem der schönsten Strände der Philippinen ermöglichen. Diese Cottages haben uns damals vor fünf Jahren ca. 250-300 Pesos pro Nacht gekostet, und ich denke, dass sie immer noch recht günstig „zu haben sind“.

Für die Verpflegung nehme ich für zwei Personen einen Betrag von 1500 bis 2000 Pesos am Tag an, wobei hier das Mittagessen und das Abendessen berücksichtigt sind – das Frühstück ist ja meist im Hotelpreis inbegriffen. Ein philippinisches Lunch kann in etwa so aussehen:

– Mango-Shake à 60-80 Pesos
– Hauptgericht wie z.B. Pancit Kanton, Chop Suey, Chicken BBQ o.ä. 150 – 250 Pesos
– Reis 20 Pesos (1 Cup)
– Wasser / Coke 20 Pesos

Ingesamt also max. 370 Pesos für eine Person, wobei dieser Preis recht knapp kalkuliert ist für ein Essen in einem mittleren Restaurant. In typischen Carenderias an der Straße kann teilweise für deutlich weniger gegessen werden, und zwei Leute können da auch schon mal für 250 Pesos ordentlich satt werden. Allerdings ist das Straßenessen ja nicht jedermanns Sache. In Restaurants, die sich in den größeren Malls befinden, kann man sich auf Preise um die 500 Pesos pro Person pro Mahlzeit einrichten – was auch bei Restaurants von besseren Hotels und Resorts hinkommen dürfte.

Ein Abendessen könnte in etwa so aussehen:

– Hauptgericht wie gegrillter Fisch mit Beilagen 250 bis 300 Pesos
– Bier (San Miguel / Red Horse) 60 Pesos oder Cocktail 100 bis 150 Pesos
– Reis 20 Pesos
– Wasser 20 Pesos

Für die vier Inlandsflüge habe ich einen Durchschnittswert von 4000 Pesos pro Person pro Flug angenommen; damit sollte man „auf der sicheren Seite“ sein bei der Kalkulation, und manchmal kommt man sogar für weniger weiter, wenn eines der Promo-Tickets ergattert werden kann (z.B. bei www.cebupacificair.com) – dann aber bitte rechtzeitig buchen!

Das Surfen sollte pro Surfstunde mit Lehrer inkl. Surfboard ca. 500 Pesos pro Person kosten, ein Scuba Open Water Tauchkurs kostet je nach Tauchgebiet ca. 250 – 300 Euro.

Ankunft in Manila, Atrium Hotel

Die Ankunft ist bei unserer Beispieltour am 1. März 2014 in Manila. Ich persönlich checke gerne im Atrium Hotel* ein, was nicht allzu weit vom Flughafen (NAIA) entfernt liegt und auch noch nicht zu teuer ist. Bei meiner Abfrage für die Übernachtungen vom 1.3. bis 3.3. haben die Zimmer ab 2500 Pesos gekostet. Gerade nach einem längeren Interkontinentalflug ist es nicht verkehrt, erst einmal in einem ruhigeren Hotel unterzukommen statt sich in die „harte Realität“ der Multimillionenstadt Manila zu werfen.

Wer jedoch von Anfang an schon ordentlich sparen will, der kann z.B. im Townhouse Hotel (Hostel) einchecken, was ca. ab 500 Pesos pro Zimmer kostet (oder Dormitory für ca. 200 Pesos). Nach einer Sightseeing-Tour in Manila, die z.B. die Altstadt „Intramuros“ abdecken sollte, geht es dann mit dem Bus (Übernacht-Fahrt) weiter in Richtung Norden nach Banaue zu den Reisterrassen.

Mit dem Bus auf Luzon

Die meisten Reiseziele im Norden (Luzon) lassen sich gut per Bus erreichen.

Reisterrassen in Sagada

Die Busfahrt nach Banaue dauert ca. 9 Stunden, bei schlechtem Wetter können es auch deutlich mehr werden. Von Banaue aus geht es dann mit dem nächsten Bus weiter nach Bontoc, und von dort aus mit dem Jeepney dann nach Sagada, was insgesamt noch einmal 3-4 Stunden dauern dürfte. Für die Reisterrassen habe ich zwei Tage eingeplant, einchecken kann man z.B. für ca. 1000 Pesos in der Misty Lodge and Cafe*. Danach geht es weiter nach San Fernando / La Union zum Surfen.

Tipp in Sachen Busfahrten nach Norden: wer in Pasay City im Süden Manilas schon in den Bus einsteigt, der kann u.U. ganz schön in den Verkehr kommen und dadurch einige Stunden verlieren. Besser man fährt mit dem LRT nach Cubao und steigt dort ein.

Reisterrassen in Sagada

Foto „Rice Terraces – Sagada, The Philippines“ von Dylan Walters (Dilly Lama) unter der CC BY-2.0 Lizenz

Vermutlich muss man hier über Baguio City fahren und umsteigen, wobei die Fahrt von Sagada nach Baguio ca. 6 Stunden dauert. Als ich 2010 nach La Union gekommen bin, habe ich den Bus direkt von Manila aus genommen, aber man müsste auch von den Reisterrassen aus irgendwie dorthin kommen. Evtl. wäre es hier denkbar, einen privaten Van für die Fahrt zu organisieren, um schneller voranzukommen.

Die Busse halten übrigens ca. alle 2 Stunden, um sich mal die Beine vertreten zu können und eine Pinkelpause einzulegen. Wer einen Aircon-Bus nimmt, sollte übrigens auch daran denken, ein leichtes Jäckchen (und gerne auch einen leichten Schal) mit den Bus zu nehmen, da es durchaus kalt werden kann, und eine Erkältung in den Tropen ist nichts Feines.

Drei Tage Surfen in San Fernando / La Union

Für das Surfen habe ich dann drei Tage eingeplant. Die Gegend um Urbiztondo / San Fernando bietet sich gerade für Anfänger hervorragend an, um das Surfen zu erlernen. Das Surf-Mekka General Luna auf Siargao Island ist mit den deutlich höheren Wellen eher für Fortgeschrittenere und Profis geeignet – wobei sich auch in San Fernando einige Pros tummeln und auch Surfstunden anbieten.

Surfen in Urbiztondo

Auf zum Surfen nach San Fernando, La Union!

La Union ist gerade für Surfer aus Manila der Surfspot Nummer 1, und ich bin schon einigen Surfern begegnet, die fast jedes Wochenende dorthin tingeln, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Nach drei Tagen Surfen geht es zurück nach Manila. Entweder ist man dann noch fit genug, um direkt nach Boracay weiterzufliegen oder man ruht sich noch einmal einen Tag aus.

Restaurant für Surfer

Mein Restaurant-Tipp für Urbiztondo / La Union: Angel und Marie´s Surfer´s Retreat. Einfach, aber dafür günstig und lecker!

Auf Boracay kann man sich dann ins Nachtleben stürzen oder einfach nur am White Beach die Seele baumeln lassen. Die Hotels liegen hier preislich über dem Durchschnitt, aber in „Station 3“ sollten ebenfalls recht günstige Übernachtungsmöglichkeiten zu finden sein.

Nach dem Boracay-Ausflug geht es dann weiter per Flugzeug nach Cebu City, und dann direkt weiter per Bus nach Malapascua Island. Zum Shoppen würde sich hier SM City oder die Ayala Mall anbieten; gut und relativ günstig unterkommen kann man im Sugbutel*, was ca. 10 min zu Fuß von SM City entfernt liegt, oder im Tune Hotel*, was in etwa ebenso weit von der Ayala Mall weg ist.

Tauchen auf Malapascua Island

Wer Zeit sparen will, der kann auch einen Van von Cebu City aus nach Malapascua nehmen – die Resorts können das im Vorfeld organisieren. Für den drei- bis viertägigen Tauchkurs bieten sich derzeit „Evolution“, „Exotic“ und die „Tresher Shark Divers an“ – die anderen Tauchschulen sind nach dem Taifun derzeit noch mit dem Wiederaufbau beschäftigt [Stand: Dezember 2013].

Malapascua nach Taifun Haiyan

Malapascua Island wurde von „Supertaifun Haiyan“ stark verwüstet, doch der Wiederaufbau hat längst begonnen

Trotz der Zerstörung durch den Taifun kann hier sehr gut (Tauch-) Urlaub gemacht werden!

Trotz der Zerstörung durch den Taifun kann hier sehr gut (Tauch-) Urlaub gemacht werden!

Empfehlen kann ich hier persönlich „Evolution“ (Facebook), die nicht nur Spezialisten für „technical diving“ sind sondern sich auch sehr stark in Sachen Wiederaufbau in Malapscua engagieren. Bei meinem Besuch letzte Woche habe ich mir einige Projekte diesbezüglich angesehen und werde auch noch ausführlich darüber schreiben.

Gerade hier auf Malapascua Island bietet sich der Tauchkurs besonders an, da man so die ca. 98%ige Chance hat (laut Tauchlehrer), Tresher Sharks zu bewundern.

Palawan: Puerto Princesa und El Nido als Abschluss

Am Ende unserer Tour steht dann noch Palawan auf der Liste. Von Malapascua aus geht es erst mal zurück und dann wieder weiter per Flugzeug nach Puerto Princesa. Dort bietet sich die Puerto Pension* zur Übernachtung an, von der wir uns auf unserem Palawan-Trip 2008 überzeugen konnten.

Von dort aus bietet sich eine Island-Hopping-Tour in der Honda-Bay an, um dann weiter nach Sabang zu reisen, wo sich mit dem „Underground River“ ein Unesco-Weltkulturerbe befindet. Am Sabang Beach kann man ruhig ein paar Tage verbringen und die Einsamkeit genießen.

Einer der schönsten Strände auf den Philippinen: Sabang Beach, Puerto Princesa, Palawan

Einer der schönsten Strände auf den Philippinen: Sabang Beach, Puerto Princesa, Palawan

In den restlichen Tagen tingelt man dann über den St. Paul Subterranean National Park gen Norden bis nach El Nido oder auch Busuanga / Coron und schaut sich dort die Highlights an. Derzeit scheint es von El Nido aus keine Flüge nach Manila zu geben, weshalb man in Coron dann in den Flieger zurück in die Haupstadt steigen muss.

Diese Tour kostet nach meinen Berechnungen etwas unter 4000 Euro inkl. aller Flüge, Transfers, Übernachtungen, Verpflegung, Surfen und Tauchen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten aber eher noch ein paar hundert Euro als „Reserve“ mitgenommen werden;)

Mein Fazit:
Gerade der KLM-Flug für 580 Euro hin- und zurück scheint mir sehr günstig zu sein, aber evtl. sind nach dem Erdbeben und dem Taifun die Preise etwas in den Keller gegangen. Ich persönlich würde z.B. auch etwas mehr Geld bei den Transfers einplanen: zwar bin ich früher auch sehr viel mit dem Bus unterwegs gewesen, aber mittlerweile bin ich dann doch lieber im privaten Van unterwegs. Auch bei den Hotels bin ich mittlerweile etwas anspruchsvoller geworden und würde da im Schnitt eher 1500 statt 1000 Pesos pro Nacht einplanen.

Alles in allem sehr knapp kalkuliert, aber machbar!

Wie hat euch der Tourvorschlag gefallen? Habt ihr auch noch ein paar Tipps auf Lager, um diese Rundreise zu vervollständigen? Ich freue mich auf anregende Kommentare:D

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