Manche Orte berühren nicht (nur) durch Größe, Schönheit oder Perfektion – sondern durch Ideen, Menschen und Haltung. Unser Besuch beim künstlichen Korallenriff von reeefs in Maria auf Siquijor war genau so ein Moment. Gemeinsam mit Tauchlehrerin, Patti und Patrick, beide aus der Schweiz, durften wir einen Ort erleben, an dem Meeresschutz nicht Theorie, sondern gelebte Praxis ist.
Inhaltsübersicht
Vorbereitung auf den Besuch des rreeefs-Projekts
Patrick hatte mich bereits mehrere Monate vor seinem Besuch über das «artificial coral reef» von www.rrreefs.com auf Siquijor informiert. Da ich zur gleichen Zeit ebenfalls in den Visayas sein wollte, koordinierten wir den gemeinsamen Trip für Mitte Dezember 2025 und brachen dann schließlich gemeinsam mit Patricia Stöckli (Patti) in Richtung Maria, Siquijor, auf.
Sie gab uns vorher noch eine sehr gute Einführung in die Zusammenhänge, sodass wir viele wichtige Informationen rund um rreeefs erhielten, und frischte auch mit viel Erfahrung und Blick für Details unsere Tauchkenntnisse wieder auf. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es wirklich einen sehr großen Unterschied macht, ob man mit professionellen Dive Instructors tauchen geht oder mit irgendwelchen „Guides“, die im schlimmsten Fall noch nicht einmal lizenzierte Divemaster sind. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Patti für die sicheren Tauchgänge, bei denen wir unheimlich viel mitnehmen durften, und für die Bereitstellung der vielen schönen Fotos!
Tauchen mit Haltung – unterwegs mit Patti
Patti bringt nicht nur technisches Know-how mit, sondern vor allem Bewusstsein.
Ihr Fokus liegt auf:
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ruhigem, respektvollem Tauchen
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minimalem Eingriff
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Verständnis für ökologische Zusammenhänge
Kein „Higher, Faster, Deeper“ – sondern langsamer, aufmerksamer, bewusster.
Genau diese Haltung passt perfekt zu Orten wie Maria, die noch nicht vom Massentourismus überrollt sind.
Wachsende künstliche Riffe
Das Projekt von rreeefs verfolgt einen klaren Ansatz:
Lebensraum schaffen, wo natürlicher Riffbestand verloren ging.
Die speziell entwickelten Riffmodule dienen als:
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Schutzraum für Jungfische
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Grundlage für Korallenwachstum
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langfristige Stabilisierung des lokalen Ökosystems
Schon beim Abtauchen wird sichtbar, wie schnell die Natur reagiert: nach wenigen Monaten gibt es wieder erste kleine Korallen, Fischschwärme und Bewegung. Es entsteht also kein steriler Ort – sondern ein wachsender.

Mit Begeisterung machte uns Patti auf die kleinen Korallen aufmerksam, die sich in den Monaten seit ihrem letzten Besuch entwickelt haben.
Die Zukunft von rreeefs
rreeefs ist ein Non-Profit-Projekt, das dort ansetzt, wo natürliche Riffe geschädigt oder verschwunden sind. Künstliche Riffe sollen neuen Lebensraum schaffen – langfristig, lokal verankert und ohne schnelle Versprechen.
Genau darin liegt die größte Herausforderung:
Solche Projekte lassen sich nicht skalieren wie ein Startup. Korallen wachsen langsam, Wirkung zeigt sich über Jahre. Finanzierung, Sichtbarkeit und Geduld müssen immer wieder neu erklärt und getragen werden – von Unterstützern, Partnern und der lokalen Community.
Besonders entscheidend ist dabei:
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stabile Finanzierung ohne kurzfristigen ROI
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lokale Einbindung statt externer Lösungen
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Professionalisierung, ohne den Idealismus zu verlieren
rreeefs steht exemplarisch für Meeresschutz, der pragmatisch statt laut, wirkungsorientiert statt symbolisch ist.
Unser Besuch hat einmal mehr gezeigt:
Nachhaltigkeit ist kein Marketingbegriff, sondern tägliche Arbeit. Und Reisen kann – bewusst gestaltet – Teil dieser Arbeit sein. Wir sind sehr froh, dass wir das Projekt besuchen durften und hoffen, dass wir durch diesen Beitrag dafür sorgen können, dass es noch bekannter wird. Weitere Informationen zu rreeefs gibt es via https://www.rrreefs.com/.
Alle Fotos wurden freundlicherweise von Patricia Stöckli (Instagram: https://www.instagram.com/pattiocean) aufgenommen und zur Verfügung gestellt.













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