Die kleine „Trauminsel Boracay“, die vor der Norwestküste Panays liegt, ist so beliebt und bekannt wie keine andere philippinische Insel. Auf der einen Seite gibt es hier mit dem „white beach“ einen der vermeintlich schönsten Strände der Welt, an welchem sich zahlreiche Beach Resorts reihen. Auf der anderen Seite zieht es jährlich unzählige Touristen nach Boracay, und der Ansturm kann kaum mehr bewältigt werden. Lohnt sich der Besuch oder sollte man lieber auf eine andere Insel reisen?

Boracay Island, White Beach

Boracay gehört seit Jahren zu den schönsten Inseln der Welt, doch erlebte einige Höhen und Tiefen in neuerer Zeit

Der aktuelle Stand nach der Schließung von Boracay

Am 5. April 2018 wurde vermeldet, dass die Insel Boracay für bis zu sechs Monate gesperrt wird ab dem 26. April 2018 (Quelle: bloomberg.com). In den Monaten zuvor war der Andrang so hoch, dass es kaum mehr möglich war, die ökologischen Konsequenzen zu meistern.

Wir haben diese Maßnahme der Regierung sehr begrüßt und helfen nach wie vor gerne dabei, eine andere Insel für Sie zu finden, sollten Sie ursprünglich mit Boracay geplant haben. Sehr gute Alternativen mit schönen Stränden sind u.a. Anda (im Osten von Bohol), Sipalay im Westen von Negros Occidental, Siquijor Island, Siargao, Romblon, Port Barton, Bantayan Island, Malapascua Island und weitere Destinationen, die wir auf unseren privaten Rundreisen berücksichtigen können.

Nach der Wiedereröffnung von Boracay Ende Oktober 2018 ist es tatsächlich so, dass drastische Maßnahmen ergriffen wurden, Strände gesäubert, illegale Bebauungen beseitigt und die Infrastruktur (Abwassersystem, Fußwege, Kommunikation) verbessert wurden. Über viele Jahre hinweg war durch Missmanagement und Korruption der Niedergang der Insel eingeleitet worden. Für unsere Begriffe ist die Insel aber immer noch zu stark frequentiert, und wer einsame Ruhe am Strand sucht, der wird vor allem zur Hauptsaison hier nicht fündig.

Video: Massive Säuberungsaktionen auf Boracay (CNN, auf Englisch)

Es nicht mehr erlaubt am Strand zu rauchen, Alkohol zu konsumieren, selbst Strandliegen wurden verbannt. Auch MasseurInnen und Verkäufer, die dort allgegenwärtig waren, dürfen am Strand nicht mehr operieren. Einwegplastik und selbst Wassersportarten näher als 100 m rund um die Küste sind verboten. Trotz all dieser Maßnahmen stellt sich immer noch die Frage, ob der Tourismus auf Boracay wirklich nachhaltig ist, und vor allem: wieviele Touristen auf die Insel kommen sollten.

Boracay Island, Visayas

Boracay Island ist mit seinen weißen, weltberühmten Traumstränden ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Foto: Bea Vaca

Mit einer Länge von nur sieben Kilometern und einer Fläche von etwas über zehn Quadratkilometern ist Boracay recht überschaubar, bietet allerdings Einiges an Abwechslung. So gibt es neben dem betriebsamen, vier Kilometer langen weltbekannten „White Beach“ auch eine Reihe anderer kleinerer Strände, sechs an der Zahl, die für die Allgemeinheit zugänglich sind.

Puka Shell Beach Boracay Island

Puka Shell Beach – einer der weiteren schönen Strände auf Boracay Island

Boracay Island war lange Zeit für ein reges Nightlife berühmt-berüchtigt, was durch die neuen Auflagen deutlich reduziert wurde. Dennoch: wer hier in Ruhe entspannen will, muss entweder zur richtigen Jahreszeit anreisen oder in eines der ruhiger gelegenen Resorts investieren. Die Insel ist die Top-Touristendestination der Philippinen und hat schon einige Höhen und Tiefen erlebt.

Urlauber, die in den 80er Jahren hier zum ersten Mal „strandeten“, erkannten die Gegend beim zweiten Besuch im neuen Jahrtausend kaum wieder: Gab es damals nicht einmal Strom, gehört Boracay heute zu den fast schon „überentwickelten“ Reisezielen, wenn man z.B. die Fülle an Hotels & Resorts betrachtet.

Doch was macht den Reiz der Insel Boracay aus?

Der White Beach ist vielleicht der wichtigste Grund, um einen Abstecher hierher zu machen. Es handelt sich um einen über die gesamte Länge von 4 km feinen Sandstrand, der regelmäßig in der Liste der zehn schönsten Strände der Welt auftaucht. An der ebenso langen Promenade reihen sich nahtlos kleine Geschäfte, Restaurants, einfache Unterkünfte bis hin zu Hotels der gehobeneren Klasse aneinander, welche vor allem nördlich der Boat Station 1 liegen.

White Beach Boracay

White Beach in Boracay. Foto von Renato Ganoza unter der CC BY-2.0 Lizenz

Außer ein paar kleineren Korallen- und Muschelteilchen, die sich im Rhythmus von Ebbe und Flut ansammeln, gibt es keine spitzen Steine oder gar Seeigel, an denen man sich verletzen könnte. Der mutige Schwimmer kann den angenehm weißen Untergrund auch in 100 Metern Entfernung vom Strand in etwa zehn bis 12 Metern Tiefe unter sich noch gut erkennen.

Am „Punta Bunga Beach“ kann man auch in den Haupturlaubszeiten Ruhe und Beschaulichkeit suchen. Auf Boracay ist der Straßenverkehr stark eingeschränkt. Leihwagen gibt es nicht. Mit einem Tricycle, also einem Motorrad mit umbautem Fahrgastraum, lässt sich die Insel in einer etwa vierstündigen Tour jedoch gut erkunden.

Coast Boracay

Villa Caemilla

Jony's Beach Resort

Dave's Straw Hat

Unterkünfte auf Boracay

Nach dem Verlassen der Fähre auf Boracay, oder noch auf dem Schiff werden Besucher von hilfsbereiten Personen angesprochen, die recht „offensiv“ ihre Dienste auf der Suche nach einem geeigneten Resort anbieten.

Mit dem lästigen und manchmal voluminösen Reisegepäck und einer langen, ermüdenden Anreise in den Gliedern freut sich jeder auf sein Hotelzimmer, um einen erfrischenden Drink zu sich zu nehmen und von den Strapazen zu regenerieren. Es ist zweifelsohne so, dass dieses Dienstpersonal bevorzugte Unterkünfte empfiehlt, die dem Reisenden nicht unbedingt zusagen. Es ist daher empfehlenswert, die Hotelbuchung schon vor der Anreise vorzunehmen, oder aber vor Ort etwas wählerischer zu sein.

Gute Hotel-Deals finden Sie z.B. in unserer Top 10 Liste zu den besten Beach Resorts und bei unseren Partnern auf www.agoda.com* und www.booking.com*.

Tolle Hotels am White Beach: Je nach Länge des geplanten Aufenthaltes auf Boracay macht es viel Sinn, eine der nobleren Unterkünfte auszuwählen, von denen es am White Beach gleich ein halbes Dutzend gibt. Ein sehr gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis bietet hier etwa Jony´s Beach Resort*. Auch unsere Boracay-Reise planen wir für gewöhnlich mit diesem schönen Resort. Ansonsten quartieren wir unsere Gäste auch sehr gerne in der Villa Caemilla* in Station 2 ein.

Sonnenuntergang auf Boracay

Sonnenuntergang auf Boracay. Foto von Ellaine Cruz unter der CC BY-ND 2.0 Lizenz

Inselrundfahrt: An schönen Sonnentagen ist der White Beach natürlich sehr belebt. Auf Boracay gibt es allerdings eine ganze Reihe weiterer Strände, die einen Besuch lohnen. Jeder Besucher sollte daher wenigstens einen Tag für eine Inselrundfahrt vorsehen. Die Besucher kommen aus allen Regionen der Erde und es gibt viele Gelegenheiten, nette Bekanntschaften zu machen.

Die Insel verfügt über einen sehr schönen Golf-Court, der seinerzeit allerdings auf Kosten sehr erhaltenswerter Natur entstanden sein soll. Die Anlage verfügt über einen eigenen Strand und ein eigenes Resort mit Hotelanlage. Hier sind auch einige ansehnliche Appartementhäuser, die westlichen Standards entsprechen.

Angenehm sind auch: das schöne Panorama der Panayberge, die noch eine Reihe von seltenen Tierarten und etwa 6% echten Regenwaldes beherbergen; die Segelboote, die in angemessener Entfernung vorbeigleiten; und nicht zuletzt die warmen Wassertemperaturen, die im Jahresmittel bei etwa 26 bis 27 Grad Celsius liegen. Dem eher sportlichen Typ bietet der vom Wind verwöhnte „Bulabog Beach“ auf der direkt gegenüberliegenden Seite der Insel die Möglichkeit zum Surfen oder zum Parasailing.

Etwas nördlich vom White Beach liegt der „Diniwid Beach“. Hier trifft man wie eigentlich überall auf Boracay eine gute Mischung vieler Nationalitäten. Die kleinen, gemütlichen Restaurants aus Holz und Bamboo geben dabei Gelegenheiten Bekanntschaften zu schließen und sich natürlich den kulinarischen Genüssen zu widmen, die von der örtlichen Gastronomie angeboten werden.

Reiseinspirationen rund um Boracay

Rundreise 2 Wochen mit Boracay

Sie haben sich für die Insel Boracay entschieden? Dann schauen Sie sich diese Beispielreise an, welche die Insel mit dem exklusiven Resort auf Apulit Island auf Palawan kombiniert.

Water Bungalow, El Nido, Apulit Island

Wasserbungalow im El Nido Resorts, Apulit Island

Rundreise 3 Wochen mit Boracay

Für all diejenigen, welche etwas mehr Zeit mitbringen, haben wir eine knapp dreiwöchige Rundreise entworfen, welche über Nordluzon nach Palawan führt, um dann auf Boracay für einen schönen Badeurlaub zu enden.

Das kleine Städtchen Sagada in den Philippinischen Kordilleren - Foto geschossen in der Nähe des protestantischen Friedhofs in Sagada

Das kleine Städtchen Sagada in den Philippinischen Kordilleren

Individuelle Boracay-Rundreise?

Sie haben eine andere Idee? Dann kontaktieren Sie uns einfach! Wir haben auch schon Rundreisen entworfen, die Boracay u.a. mit Bohol, Siargao, Cebu und Donsol kombiniert haben. Gerne setzen wir Ihre Wünsche um – wir freuen uns auf Sie!

Palawan-Reise günstig buchen mit Island Hopping Tour

Zahlreiche Activities auf Boracay

Auf und um Boracay wartet ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten auf die Gäste. Dazu gehören neben dem obligatorischen Tauchen und Schnorcheln, wobei Boracay jetzt nicht unbedingt für die allerschönste Unterwasserwelt bekannt ist, auch Parasailing, Kitsurfing (bei ausreichend Wind), Wakeboarding, Golfen, Fischen, Yoga, Fußball, Volleyball. Natürlich darf die Zipline auch nicht fehlen. Es sollte also fast für jede(n) etwas Passendes dabei sein.

Video: Was hat Boracay zu bieten?

Anreise: Für die Anreise von Cebu oder Manila aus kann idealer Weise ein Flug in das kleine Städtchen Caticlan gebucht werden, das nur wenige Kilometer von Boracay entfernt liegt. Als Alternative bietet sich auch ein Flug nach Kalibo an, wenn beispielsweise eine kurzfristige Buchung nach Caticlan nicht möglich ist. Kalibo ist eine recht bekannte Stadt 60 Kilometer entfernt von Caticlan. Hier findet alljährlich in der 3. Januarwoche das Ati-Atihan Festival statt, das hunderttausende begeisterte Zuschauer anlockt. Von Kalibo aus erreicht man Caticlan in gut zwei bis drei Stunden in einem Kleinbus. Diese kleinen Personentransporter stehen schon bei Ankunft eines Fliegers bereit und warten auf Kundschaft.

Ausflugs-Tipp: Wer etwas mehr Zeit zur Verfügung hat und etwas Ruhe vom bunten Trubel sucht, sollte eventuell auch über einen Trip nach Carabao Island nachdenken. Diese Insel gehört schon zu Romblon und ist von Boracay bzw. Caticlan aus leicht zu erreichen. Auch hier gibt es schöne Strände und Riffe, die bei Weitem nicht so stark frequentiert werden wie die kleinere Nachbarinsel.

Weitere Hostels, Hotels & Resorts

Dave’s Straw Hat Inn Boracay
Preise: Hütte mit Ventilator ab ca. 850 PHP, Superior Cottage ab 1950 PHP
Buchung: z.B. über booking.com*
Die aus unserer Sicht beste „Budget-Option“ auf der Insel.

Coast Boracay
Station 2
Preise: ab ca. 9670 PHP für ein Deluxe Room
Buchung z.B. über booking.com* oder über uns im Zuge einer individuellen Rundreise.

The Lind Boracay
Station 1
Preise: ab ca. 12785 PHP für ein Garden Room
Buchung z.B. über booking.com* oder über uns im Zuge einer privaten Rundreise
Das Lind Boracay ist neben dem Shangri-La’s eines der besten Resorts im Premium-Segment.

Strand vor den Fairways & Bluewater Residences Newcoast

Strand vor den Fairways & Bluewater Residences Newcoast

Fairways and Bluewater Resort Boracay Island

Fairways and Bluewater Resort Boracay

An Boracay scheiden sich offenbar die Geister wie man auch in den Kommentaren zu unserem Beitrag auf Facebook nachlesen kann – hier einmal zwei stellvertretende Meinungen für die „beiden Lager“:

Barbara:Meiner Meinung nach völlig überbewertet. Der Sand ist zwar wirklich einmalig, aber den Strand an sich hab ich total überlaufen erlebt. Man kann sich nirgends wirklich in Ruhe in den Sand legen und genießen. Alle laufen nur ständig hin und her und präsentieren die neueste Mode…mir ist es wirklich wie am Laufsteg vorgekommen. Vor allem massenweise vollbekleidete koreanische Frauen, die gerade mal bis zu den Knien ins Wasser gehen. Natürlich auch vollbekleidet. Nöööö, meins war es nicht. Da fand ich so manche kleinen verlassenen Strände mit nicht so feinem Sand um Welten schöner. Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden

Helmuth: Boracay ist nicht überbewertet. Man bekommt dort alles. Die Insel ist quasi die eierlegende Wollmilchsau. Tagsüber planschen, schwimmen, schnorcheln, Ausflüge machen, abends und nachts den Bands lauschen, was gutes Essen und Trinken und später in der Disco ‚Club Paraw‘ abtanzen. Der Strandweg mag überlaufen sein, aber der Strand war oft frei! Und ich habe immer einen Platz bekommen und wurde da auch nicht gestört. War aber auch nicht in der Hauptsaison dort, wohl aber ein paar Wochen vor Weihnachten. Dass sich viele asiatische Frauen anders verhalten und eben mit ihren Klamotten ins Wasser gehen gehört dazu! DAS ist eben eine andere Kultur! Im Gegenteil fallen mir oft viele westliche Blondies auf, die sich weiß wie die Wand in die aggressive Mittagssonne legen! DAS ist nicht ungefährlich ganz zu schweigen von den heftigsten Sonnenbränden. Ach so..ich überlege mir Anfang Dezember wieder nach Boracay zu gehen. I love Boracay!

Fazit
Wer einen der schönsten Strände der Welt sucht und dabei auch mit viel Rummel kein Problem hat, ist mit Boracay gut beraten. Wer den einsamen Strand und Ruhe sucht, der ist hier immer noch fehl am Platz – in diesem Fall wären z.B. die Strände auf Siquijor, Siargao oder in Anda eine bessere Alternative.

Wie sieht es bei euch aus, welche Erfahrungen habt ihr auf Boracay, der vermeintlichen Trauminsel, gemacht? Wir sind sehr gespannt auf weitere Meinungen! Die „Trauminsel“ Boracay Island: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 4,47 von 5 Punkten, basieren auf 15 abgegebenen Stimmen.

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[Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 5.7.14 veröffentlich und zum letzten Mal am 29.8.19 aktualisiert.]