Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary: Schatz der Natur auf den Philippinen

Mit seiner nahezu unberührten Natur ist das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary auf den Philippinen Heimat für hunderte Pflanzen und Tiere. Viele von ihnen stehen auf der Liste der gefährdeten Arten, manche sind sogar vom Aussterben bedroht. Andere Arten wiederum gibt es nur in diesem Nationalpark – und sonst nirgendwo auf der Welt. Im Jahre 2014 wurde nun endlich der einzigartige universelle Wert des Parks anerkannt: Die UNESCO nahm das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary in die Liste der Welterbe auf.

Der Gipfel des Mount Hamiguitan

Mount Hamiguitan | Foto: Kleomarlo | Lizenz: CC BY-SA 3.0 | kurz

Inhalt:

  1. Das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary – Einer der abgeschiedensten Orte der Philippinen
  2. Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbe
  3. Artenreiche Flora und Fauna
  4. Der Philippinenadler – Gefährdetes Nationaltier der Philippinen
  5. Dringender Bedarf an Schutz
  6. Schutz und Erhaltung stehen an oberster Stelle

1. Das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary:
Einer der abgeschiedensten Orte der Philippinen

Das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary liegt im südöstlichen Teil der Insel Mindanao am Pujada Peninsula in der Provinz Davao Oriental. Der südliche Teil von Mindanao bildet eine Halbinsel. Sie trennt den Golf von Davao und die Philippinensee. Lage von Insel und Provinz machen das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary zu einem der abgeschiedensten Orten der Philippinen.

Das Gebiet des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary erstreckt sich über zwei Gemeinden und eine Stadt: San Isidro in der Provinz Nueva Ecija, Governor Generoso und Mati City, beide in der Provinz Davao Oriental. Für sie ist der Mount Hamiguitan von besonderer Bedeutung, da die aus dem Gebirge entspringenden Flüsse sie mit Wasser versorgen. Die größten Flüsse sind der Bitaogan River, der Maua River, der Dumagooc und der Tibanban River.

Der Mount Hamiguitan misst eine Höhe von 1.620 Metern. Der gesamte Park erstreckt sich auf eine Fläche von über 16.000 Hektar. Bereits im Juli 2004 wurde unter Zugrundelegung des Republic Act. 9303 ein 6.834 Hektar großer Teil als Naturschutzgebiet erklärt. Erst zehn Jahre später erlangte der Naturpark Status als Weltnaturerbe:

In der 38. Sitzung am 23. Juni 2014 in Doha, Katar nahm das Welterbe-Komitee das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary auf die Liste der UNESCO-Welterbe auf. Es ist damit das sechste Welterbe der Philippinen. Die anderen sind die historische Stadt in Vigan, der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark auf Palawan, die Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren, das Tubbataha-Riff und die barocke Kirchen in Manila, in Santa Maria, Paoay und Miagao.

2. Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbe

Das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary erfüllt das zehnte Kriterium für die Aufnahme in der Welterbe-Liste. Der Park weist ein vollständiges, überwiegend intaktes und vielfältiges Ökosystem in einer bedeutenden biogeografischen Region der Philippinen auf. Die Vielfalt an Pflanzen und Tieren beinhaltet Arten, die weltweit gefährdet sind. Hinzu kommt die Vielzahl an Endemiten, also Pflanzen oder Tiere, die nur in bestimmten Gebieten und sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen.

Es sind also Arten, die es nur auf den Philippinen, nur auf Mindanao und nur in diesem Sanctuary gibt. Die nahezu unberührte Natur des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary ist Heimat für 1.381 verschiedene Arten aus Flora und Fauna, 341 von ihnen sind Endemiten, wie die Hamiguitan-Haarschwanzratte, das Philippinen-Hörnchen, das Philippinische Pustelschwein, der Philippinenadler, der Rotsteißkakadu oder der Delias Schmetterling. Amphibien und Reptilien sind zu jeweils 75 und 84 Prozent Endemiten.

3. Artenreiche Flora und Fauna

Im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary werden fünf verschiedene Vegetationszonen unterschieden. Bis zu einer Höhe von 420 Metern über dem Meeresspiegel befinden sich ein Agro-Ökosystem und Flügelfruchtgewächse, Dipterocarpaceaes. Dipterocarpaceaes können im tropischen Asien sowie Amerika beheimatet sein und werden in 15 Gattungen, die zwischen 58 und 600 Arten umfassen, unterteilt. Die Bäume haben meist hohe, glatte und von Brettwurzeln ausgehende Stämme mit einfachen Laubblättern und kleinen Nebenblättern. Im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary wurden auf dieser Ebene 246 Pflanzenarten gezählt. Dazu gehört eine bedeutende Vielzahl von Endemiten, wie etwa Baumarten der bedrohten Shorea-Gattung.

Weitere Flügelfruchtgewächse findet man auf der Höhe von 420 bis 920 Metern über dem Meeresspiegel. Hier sind wieder über 400 Pflanzenarten und 146 Tierarten, wie beispielsweise die Bartlett-Dolchstichtaube (Gallicolumba crinigera) oder das Philippinische Pustelschwein (Sus philippensis), zu Hause. In der nächsten Vegetationszone befindet sich ein Bergwald, der verschiedene Moos-, Flechtensorten und Aufsitzerpflanzen aufweist. Die vierte Vegetationszone ist durch eine typische Mooslandschaft gezeichnet.

Der Pygmäenwald macht die fünfte Vegetationszone ab einer Höhe von 1.160 bis 1.200 Metern über dem Meeresspiegel weltweit einzigartig: Der Bonsai-Wald bedeckt eine Fläche von 225 Hektar und ist Heimat für Kannenpflanzen (Nepenthes hamiguitanensis) und den Delias Schmetterling (Delias magsadana) – Pflanze und Schmetterling wurden auf der ganzen Welt bisher nur im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary gefunden. Laut UNESCO verkörpert dieser Bonsai-Wald das Streben der Natur, auch unter schlechten Bedingungen zu überleben. Einige Bäume werden auf mehr als 100 Jahre alt geschätzt.

Kannenpflanze im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary

Kannenpflanze (Nepenthes) | Foto: kleo_marlo | Lizenz: CC BY 2.0 | kurz

4. Der Philippinenadler – Gefährdetes Nationaltier der Philippinen

Nicht nur steckt die Flora im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary voller seltener und bedrohter Pflanzenarten, auch die Tierwelt weiß mit einzigartigen und seltenen Tierarten zu beeindrucken. So auch der Philippinenadler, der vor 20 Jahren zum Nationalvogel erklärt wurde. Der Philippinenadler (Pithecophaga jefferyi) kommt neben Mindanao auch auf den Inseln Luzon, Samar, Leyte vor. Er ist aufgrund der Rodung von Regenwäldern und Bejagung vom Aussterben bedroht.

Philippinenadler - gefährdetes Nationaltier der Philippinen

Nationaltier der Philippinen: der Philippinenadler | Foto: shankar s. | Lizenz: CC BY 2.0 | kurz

Die meisten Vögel mit den charakteristisch langen Nackenfedern leben auf Mindanao im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary. Seit der Nennung zum Nationaltier ziert sein Kopf öffentliche Gebäude und Münzen. Wilderern drohen Haftstrafen bis zu zwölf Jahren. Trotz Status und hoher Haftstrafen wird der Philippinenadler vereinzelt immer noch geschossen. So auch erst kürzlich im August 2015: Gerade einmal zwei Monate nachdem der Vogel nach der Behandlung seiner ersten Schussverletzung ausgesetzt wurde, wurde er mit einer neuen Schusswunde tot auf dem Waldboden gefunden. Wissenschaftler schätzen, dass es auf den Philippinen nur noch 150 bis 500 Adlerpaare gibt.

Ebenfalls vom Aussterben bedroht ist der Rotsteißkakadu (Cacatua haematuropygia). Der bis zu 30 Zentimeter große Papagei verliert, wie der Philippinenadler, immer mehr Lebensraum durch die Regenwaldrodung. Als hauptsächlicher Grund gilt jedoch der illegale Käfighandel mit den Vögeln. Viele Küken werden einfach aus Nestern entnommen, da sich viel Geld mit ihnen verdienen lässt. Rotsteißkakadus waren früher auf vielen Inseln der Philippinen verbreitet, heute gibt es nur noch wenige auf Palawan, Tawi-Tawi, Masbate und Mindanao. Experten schätzen den heutigen Bestand auf unter 1000 Exemplare.

Viele seltene Arten in der Pflanzen- und Tierwelt des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary sind vom Schicksal des Aussterbens betroffen. Wie andere vielfältige Ökosysteme ist auch das Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary durch menschliche Handlungen bedroht. Hierzu zählt insbesondere die illegale Gewinnung von Naturressourcen, wie durch Bergbau, Biopiraterie, Abholzung und Wilderei. Unhaltbare Landwirtschaft, unkontrollierter Tourismus, Umweltverschmutzung und ungehemmtes Ansiedeln der Menschen tragen einen weiteren Teil zur Zerstörung bei. Nicht zu vergessen ist der unaufhaltsame Klimawandel.

5. Dringender Bedarf an Schutz

Die Erklärung zum Naturschutzgebiet des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuarys im Jahre 2004 war zunächst nur ein kleiner erster Schritt in Richtung Naturschutz. Mittlerweile ist es durch mehrere Regelungen geschützt und Teil des Philippines’ National Integrated Protected Areas System (NIPAS), einem Gesetz, das Rahmenbestimmungen über Nutzung und Verwaltung jeglicher Schutzgebiete sowie Nationalparks regelt. Darin sorgen verschiedene Vorschriften für den Schutz von Grund und Boden. Des Weiteren verbieten diese Gesetze Aktivitäten wie Abholzung, Bergbau, Untersuchungen oder Vermessungen von Energieressourcen innerhalb des Nationalparks. Verantwortlich für die Einhaltung der Gesetze sind Staats- und Regionalverwaltungen. Sie arbeiten mit weiteren Projektbeteiligten zusammen.

Zum Schutz des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary tragen auch Gemeinden und Einheimische, die in der Umgebung des Nationalparks leben, bei. Sie respektieren Umwelt und Vielfalt in der Natur. Diesen Glauben setzen sie mit ihrer Lebensweise um: Sie leben nachhaltig und nehmen von der Natur nur so viel, wie sie zum Überleben brauchen.

Gleichzeitig wirken die rauen Lebensumstände, die auf dem und um den Berg herum vorherrschen, abschreckend für neue Siedler, die sich nicht mit dieser Lebensweise anfreunden können. So schützt sich der Nationalpark in gewisser Weise selbst. Auch gegen den Klimawandel wird vorgegangen. Zuständige Behörden haben Beobachtungs- und Forschungsprogramme realisiert, um Effekte des Klimawandels auf den Nationalpark zu untersuchen bzw. voraussagen zu können. Die Arbeit soll ermöglichen, dass langfristige Folgen abgeschwächt werden, damit die einzigartige Natur des Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary noch lange erhalten bleibt.

6. Schutz und Erhaltung stehen an oberster Stelle

Weitere Schutzmaßnahmen erfolgen durch das Mount Hamiguitan Protected Area Management Board (PAMB). Dieser Vorstand stellt sicher, dass der Nationalpark gemäß dem Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary Management Plan, der im Jahre 2011 festgelegt wurde, eingehalten und befolgt wird. Ausgeführt wird der Plan von der Protected Area Superintendents Office (PASO).

Des Weiteren wurde ein 5-Jahres-Plan für den Tourismus erstellt: In ihm wird festgehalten, wie die Fläche des Nationalparks behandelt und genutzt wird. Er wird ständig aktualisiert und verbessert. Aufgaben, Zielsetzungen und Maßnahmen werden genau beschrieben und ebenfalls werden Konzepte für den Verkehr und den Tourismus in der Region erarbeitet. Tourismuspläne angrenzender Gemeinden wurden bei dem 5-Jahres-Plan berücksichtigt. Der Schutz und die Erhaltung der wunderschönen und einzigartigen Natur im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary steht an oberster Stelle.

Quellen:

About Christina

Christina ist als freie Journalistin und Texterin tätig. Nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik konnte sie u. a. Australien ausgiebig bereisen und darüber schreiben. Auch in Osteuropa ist sie immer wieder gerne unterwegs.

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