Wenn man Erzählungen über Mindanao hört, dann kann der Zuhörer manchmal Angst bekommen. Filipinos, die selber aus Luzon oder von anderen Inseln der Philippinen kommen, verbinden mit Mindanao häufig nur "böse Muslime" und Rebellen. Der Konflikt in und um die große Südinsel ist kompliziert und schon Jahrhunderte alt. Als historisch gesichert gilt, dass dort vor den christlichen Spaniern vorwiegend Menschen muslimischen Glaubens gelebt haben.
Zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und Moros
(Muslime) aus Mindanao, Sulu und Borneo kam es möglicherweise um 1569
herum, nahe Cebu. Die Moros wurden nach und nach in den Süden der Philippinen
verdrängt, wo sie auch heute noch am stärksten vertreten sind. Zahlreiche
muslimische Gruppierungen kämpfen für ihre Autonomie und teilweise
auch für einen unabhängigen Staat nach muslimischen Richtlinien.
Die Regierung tritt den Gebietsansprüchen entgegen, weshalb Konflikt
vorprogrammiert ist.
Doch so brisant wie die Lage auf Mindanao vor Jahrzehnten einmal war, ist
sie im neuen Jahrtausend garantiert nicht mehr. Wirklich "unbereisbare"
Gebiete gibt es nur sehr vereinzelt: so wird beispielsweise vor Reisen auf
die Sulu-Inseln sowohl vom Auswärtigen
Amt, als auch von einschlägigen Experten nach wie vor dringend abgeraten.
Doch gerade auf den Inseln des Sulu-Archipels würden den Abenteurer wohl
einmalig schöne Orte erwarten. Strände, die kaum ein "Fremder"
vorher gesehen hat umgeben von artenreichen Korallen.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage auch im Südwesten Mindanaos entspannt, damit sich Interessierte ein Bild von der vielfältigen Natur machen können.