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Seitdem wir Philippinen Tours 2009 ins virtuelle Leben gerufen haben, erhalten wir fast täglich E-Mails mit Fragen rund um Land & Leute. Oftmals ging es um individuelle Reiserouten oder auch konkrete Kosten beim Philippinen-Urlaub. Wir haben mittlerweile einige Beispielrouten auf der Website und in unseren eBooks veröffentlicht, auf die möglichen Kosten bei einem Backpacker-Urlaub auf den Philippinen gehen wir in diesem Artikel etwas ausführlicher ein. Unsere Ausführungen gehen zurück auf eine beispielhafte E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir (zwei Backpacker) planen einen Urlaubstrip auf die Philippinen für 1 Monat.
Reicht es aus wenn man ca. 2000 € pro Person für Flug (hin/zurück), Unterkunft, 4 Inlandsflüge, Verpflegung und Freizeit einplant?

Zu den möglichen Freizeitaktivitäten zählen:

– Tauchen
– Surfen
– Wandern
– Nachtleben
– Shopping

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Im weiteren Verlauf wurde uns dann mitgeteilt, dass schon ein Flug mit einer arabischen Airline für 480 Euro hin und zurück organisiert wurde – welche Fluglinie das genau war, wurde uns nicht mitgeteilt. Zudem sollen Luzon (Norden), Palawan und auch die Visayas (Boracay) abgedeckt werden.

Die beiden Urlauber haben keine allzu hohe Ansprüche an die Unterkunft und wollen ca. eine Woche am Strand entspannen und zudem Surfen und einen und Tauchkurs machen. Nicht gerade einfach, das alles für 2000 Euro unter einen Hut zu bringen, aber wir hatten uns die Mühe gemacht, uns ein paar Stunden hingesetzt und einen Reiseplan erstellt, den man hier als Google Spreadsheet findet.

Boracay Island

Auch Boracay ist bei diesem Tour-Vorschlag dabei. Foto: „Willy´s Rock“ von Bea Vaca.

Bei diesem Tourvorschlags gilt es zu beachten, dass es sich hierbei teilweise um subjektive „Idealwerte“ handelt, die von den tatsächlichen Preisen abweichen können. Allerdings gehen diese Werte auf unsere persönliche Erfahrung zurück, die wir auf Dutzenden von Reisen quer durch das Land gemacht haben und sollten damit einen recht soliden Anhaltspunkt liefern. Es wurde ein Peso-Kurs von 50 Pesos für einen Euro angenommen.

Kurz zu den Hotels: Wir haben hier für die Unterkunft meist einen Betrag von mindestens ca. 1000 Pesos pro Nacht für ein Zimmer für 2 Personen angenommen; sicherlich gibt es vereinzelt auch einigermaßen gute Hotels und Resorts, die günstiger sind. Aber ein Hotel für unter 1000 Pesos zu finden, das auch über ein ordentliches Bad (d.h. auch eine funktionierende Toilette mit Spülung und Dusche) verfügt, ist gerade in touristischeren Regionen nicht so einfach – Ausnahmen bestätigen da die Regel.

In Sabang, Puerto Princesa, bietes es sich zum Beispiel an, ein paar Nächte in „Mary´s Cottages“ zu verbringen – hierbei handelt es sich um einfache Nipa-Hütten am Strand, die jedoch völlig ausreichen und einen wirklich authentischen Aufenthalt an einem der schönsten Strände der Philippinen ermöglichen. Diese Cottages haben uns damals vor fünf Jahren ca. 250-300 Pesos pro Nacht gekostet, und wir denken, dass sie immer noch recht günstig zu haben sind – in unserer Beispielrechnung sind wir von 500 PHP ausgegangen.

In El Nido gibt es mit dem Tapik Beach Park Guest House* eine besonders günstige Unterkunft bei gleichzeitig sehr guten Bewertungen. 400 PHP sind unschlagbar, selbst wenn das Guesthouse etwas „weiter weg vom Schuss“ liegt.

Für die Verpflegung nehmen wir für zwei Personen einen Betrag von 1500 PHP am Tag an, wobei hier das Mittagessen und das Abendessen berücksichtigt sind – das Frühstück ist ja meist im Hotelpreis inbegriffen. Ein philippinisches Lunch kann in etwa so aussehen:

– Mango-Shake à 60-80 Pesos
– Hauptgericht wie z.B. Pancit Kanton, Chop Suey, Chicken BBQ o.ä. 150 – 250 Pesos
– Reis 20 Pesos (1 Cup)
– Wasser / Coke 20 Pesos

Ingesamt also 250 bis max. 370 Pesos (ca. 5 bis 7,50 Euro) für eine Person, wobei dieser Preis recht knapp kalkuliert ist für ein Essen in einem mittleren Restaurant. In typischen Carenderias an der Straße kann teilweise für deutlich weniger gegessen werden, und zwei Leute können da auch schon mal für 250 Pesos ordentlich satt werden. Allerdings ist das Straßenessen ja nicht jedermanns Sache. In Restaurants, die sich in den größeren Malls befinden, kann man sich auf Preise um die 500 Pesos pro Person pro Mahlzeit einrichten – was auch bei Restaurants von besseren Hotels und Resorts hinkommen dürfte.

Ein Abendessen könnte in etwa so aussehen:

– Hauptgericht wie gegrillter Fisch mit Beilagen 250 bis 300 Pesos
– Bier (San Miguel / Red Horse) 60 Pesos oder Cocktail 100 bis 150 Pesos
– Reis 20 Pesos
– Wasser 20 Pesos

Für die ersten drei Inlandsflüge mit Cebu Pacific Air haben wir einen Durchschnittswert von 4000 Pesos pro Person pro Flug angenommen; der vierte Flug von El Nido nach Manila via Air Swift schlägt mit ca. 6500 PHP etwas höher zu Buche. Damit sollte man „auf der sicheren Seite“ sein bei der Kalkulation, und manchmal kommt man sogar für weniger weiter, wenn eines der Promo-Tickets ergattert werden kann (z.B. bei www.cebupacificair.com) – dann aber bitte rechtzeitig buchen!

Das Surfen sollte pro Surfstunde mit Lehrer inkl. Surfboard ca. 1000 Pesos pro Person kosten, ein Scuba Open Water Tauchkurs kostet je nach Tauchgebiet ca. 250 – 300 Euro pro Person.

Ankunft in Manila, Atrium Hotel

Wir checken gerne im Atrium Hotel* ein, was nicht allzu weit vom Flughafen (NAIA) entfernt liegt und auch noch nicht zu teuer ist – das Sonderangebot gibt es schon ab 25 Euro / 1250 PHP pro Nacht. Gerade nach einem längeren Interkontinentalflug ist es nicht verkehrt, erst einmal in einem ruhigeren Hotel unterzukommen statt sich in die „harte Realität“ der Multimillionenstadt Manila zu werfen.

Wer jedoch von Anfang an schon ordentlich sparen will, der kann z.B. im Townhouse Hotel (Hostel) einchecken, was ca. ab 500 Pesos pro Zimmer kostet (oder Dormitory für ca. 200 Pesos). Nach einer Sightseeing-Tour in Manila, die z.B. die Altstadt „Intramuros“ abdecken sollte, geht es dann mit dem Bus (Übernacht-Fahrt) weiter in Richtung Norden nach Banaue zu den Reisterrassen.

Mit dem Bus auf Luzon

Die meisten Reiseziele im Norden (Luzon) lassen sich gut per Bus erreichen.

Reisterrassen in Sagada

Die Busfahrt nach Banaue dauert ca. 9 Stunden, bei schlechtem Wetter können es auch deutlich mehr werden. Von Banaue aus geht es dann mit dem nächsten Bus weiter nach Bontoc, und von dort aus mit dem Jeepney dann nach Sagada, was insgesamt noch einmal 3-4 Stunden dauern dürfte. Für die Reisterrassen habe ich zwei Tage eingeplant, einchecken kann man z.B. für ca. 1000 Pesos in der Misty Lodge and Cafe*. Danach geht es weiter nach San Fernando / La Union zum Surfen.

Tipp in Sachen Busfahrten nach Norden: wer in Pasay City im Süden Manilas schon in den Bus einsteigt, der kann u.U. ganz schön in den Verkehr kommen und dadurch einige Stunden verlieren. Besser man fährt mit dem LRT nach Cubao und steigt dort ein.

Reisterrassen in Sagada

Foto „Rice Terraces – Sagada, The Philippines“ von Dylan Walters (Dilly Lama) unter der CC BY-2.0 Lizenz

Drei Tage Surfen in San Fernando / La Union

Für das Surfen haben wir dann drei Tage eingeplant. Die Gegend um Urbiztondo / San Fernando bietet sich gerade für Anfänger hervorragend an, um das Surfen zu erlernen. Das Surf-Mekka General Luna auf Siargao Island ist mit den deutlich höheren Wellen eher für Fortgeschrittenere und Profis geeignet – wobei sich auch in San Fernando einige Pros tummeln und auch Surfstunden anbieten.

Surfen in Urbiztondo

Auf zum Surfen nach San Fernando, La Union!

La Union ist gerade für Surfer aus Manila der Surfspot Nummer 1, und wir sind schon einigen Surfern begegnet, die fast jedes Wochenende dorthin tingeln, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Nach drei Tagen Surfen geht es zurück nach Manila. Entweder ist man dann noch fit genug, um direkt nach Boracay weiterzufliegen oder man ruht sich noch einmal einen Tag aus.

Restaurant für Surfer

Mein Restaurant-Tipp für Urbiztondo / La Union: Angel und Marie´s Surfer´s Retreat. Einfach, aber dafür günstig und lecker!

Auf Boracay kann man sich dann ins Nachtleben stürzen oder einfach nur Strand die Seele baumeln lassen. Die Hotels liegen hier preislich über dem Durchschnitt, aber in „Station 3“ sollten ebenfalls recht günstige Übernachtungsmöglichkeiten zu finden sein wie z.B. Dave´s Straw Hat Inn*.

Nach dem Boracay-Ausflug geht es dann weiter per Flugzeug nach Cebu City, und dann direkt weiter per Bus nach Malapascua Island. Zum Shoppen würde sich hier SM City oder die Ayala Mall anbieten; gut und relativ günstig unterkommen kann man im Sugbutel*, was ca. 10 min zu Fuß von SM City entfernt liegt, oder im Tune Hotel*, was in etwa ebenso weit von der Ayala Mall weg ist.

Tauchen auf Malapascua Island

Wer Zeit sparen will, der kann auch einen Van von Cebu City aus nach Malapascua nehmen – die Resorts können das im Vorfeld organisieren. Für den drei- bis viertägigen Tauchkurs bietet sich z.B. das „Evolution“ an.

Malapascua nach Taifun Haiyan

Malapascua Island wurde von „Supertaifun Haiyan“ stark verwüstet…

Trotz der Zerstörung durch den Taifun kann hier sehr gut (Tauch-) Urlaub gemacht werden!

… doch mittlerweile kann hier wieder sehr gut (Tauch-) Urlaub gemacht werden!

Gerade hier auf Malapascua Island bietet sich der Tauchkurs besonders an, da man so die ca. 98%ige Chance hat (laut Tauchlehrer), Tresher Sharks zu bewundern.

Palawan: Puerto Princesa und El Nido als Abschluss

Am Ende unserer Tour steht dann noch Palawan auf der Liste. Von Malapascua aus geht es erst mal zurück und dann wieder weiter per Flugzeug nach Puerto Princesa. Dort bietet sich die Puerto Pension* zur Übernachtung an, von der wir uns auf unserem Palawan-Trip 2008 überzeugen konnten.

Von dort aus bietet sich eine Island-Hopping-Tour in der Honda-Bay an, um dann weiter nach Sabang zu reisen, wo sich mit dem „Underground River“ ein Unesco-Weltkulturerbe befindet. Am Sabang Beach kann man ruhig ein paar Tage verbringen und die Einsamkeit genießen.

Einer der schönsten Strände auf den Philippinen: Sabang Beach, Puerto Princesa, Palawan

Einer der schönsten Strände auf den Philippinen: Sabang Beach, Puerto Princesa, Palawan

Anschließend tingelt man dann über den St. Paul Subterranean National Park gen Norden bis nach El Nido, um die restlichen Tage ausklingen zu lassen.

Diese Tour kostet nach unseren Berechnungen ca. 4123 Euro inkl. aller Flüge, Transfers, Übernachtungen, Verpflegung, Surfen und Tauchen ein kleines bisschen mehr als „gefordert“. Allerdings sollte es dann an ein paar Euro bzw. Peso hin oder her nicht scheitern. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten aber eher noch ein paar hundert Euro als „Reserve“ mitgenommen werden;)

Fazit:
Gerade der Flug für 480 Euro hin- und zurück scheint uns sehr günstig zu sein, aber wenn man zeitlich flexibel ist, kann man ein solches Angebot wohl ergattern. Vielleicht sollte man auch etwas mehr Geld bei den Transfers einplanen: Zwar sind wir früher auch sehr viel mit dem Bus unterwegs gewesen, aber mittlerweile nehmen wir dann doch lieber den privaten Van. Bei den Hotels und einem solchen Budget hat man nicht allzu viele Auswahlmöglichkeiten und muss ggf. auch mal in einem dormitory unterkommen. Gerade bei einer solchen Fernreise wäre es vielleicht doch besser, zumindest hin und wieder in eine bessere Unterkunft zu investieren.

Alles in allem sehr knapp kalkuliert, aber machbar!

Wie hat euch der Tourvorschlag gefallen? Habt ihr auch noch ein paar Tipps auf Lager, um diese Rundreise zu vervollständigen? Wir freuen uns auf anregende Kommentare:D

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