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Im frühen Dezember 1984 traten wir unsere erste Reise auf die Philippinen an. Unser ältester Sohn war gerade 18 Monate alt und wir waren natürlich etwas in Sorge darüber, ob unsere Unternehmung problemlos ablaufen würde. Andererseits waren Neugier und Erwatungshaltung meinerseits so groß, dass ich alle Bedenken schnell verworfen hatte.

Bis dahin war ich nur wenige Male in einem Flugzeug unterwegs gewesen. Ein abenteuerliches und exotisches Inselreich wie das der Philippinen hatte ich zuvor noch nicht besucht.

Beschwerliche Anreise nach Ozamis

Die Anreise von Frankfurt über Manila und Cebu zum endgültigen Zielort Ozamis dauerte damals fünf Tage. Das lag unter anderem daran, dass unser Gepäck in Manila nicht zeitgleich mit uns ankam und wir deswegen einen unvorhergesehen Zwischenstopp von zwei Tagen einrichten mussten. Ähnlich Unangenehmes passierte uns in Cebu, als unser „Flieger“ wegen einer kritischen Sturmvorhersage ausfiel.

Nur mit viel Verhandlungsgeschick konnten wir schließlich die nächste Fokker 50 Propellermaschine von Cebu nach Ozamis City buchen. Bei diesem Flug in lichter Höhe von etwa 500 bis 800 Meter ging es über viele kleine Inseln, teilweise nicht größer als ein Fußballfeld, und über weite, hellgrüne Reisfelder zu unserem Ziel. Herrliche, unvergessliche Bilder bleiben in Erinnerung!

Am Ausgang des kleinen Provinzflughafens in Ozamis, das Rollfeld bestand aus einer unscheinbaren Lehmpiste, erwarteten uns Motor-Bikes mit individuell hergerichteten Seitenwagen und exotischen „Kutschern“, die ebenso farbenprächtig bekleidet waren wie ihre heulenden Fahrgeräte.

Wir waren angekommen und es wurde sehr bald klar, dass hier die Uhren anders gehen.

Nach der ereignisreichen Anreise erwarteten uns die nächsten Erlebnisse an den weiten „blacksand beaches“, wie sie in den meisten Regionen von Mindanao aufgrund reger vulkanischer Tätigkeit vorkommen. Die hier ansässigen Fischerfamilien ernähren sich noch heute weitestgehend von den Meeresfrüchten, die durch die Gezeiten angelandet werden. Jeder, auch das kleinste Familienmitglied, muss seinen Beitrag leisten.

Mit dem Motorrad zu den Malindang Mountains

Tage später haben wir einen ersten Ausflug auf Motorrädern in Richtung der Malindang Mountains gemacht. Das Motorrad ist in diesen Breiten das wichtigste Verkehrsmittel. Das liegt an der Unwegsamkeit des Geländes abseits befestigter Straßen. Und die sind auf den Philippinen rar.

Wir brauchten mehrere Stunden, bis wir das Ende befahrbarer Wege erreichten. Das war etwa auf einer Meereshöhe von 1000 bis 1200 Metern. Ab hier konnte man nur noch zu Fuß oder zu Pferd weiter. Wir waren in der Lage, uns ein Bild von den unkontrollierten Abholzungen des Bergurwaldes zu machen. In einigen engen Tälern waren nur noch kleine Teile davon zu sehen.

Die Armut der hier lebenden Menschen war unübersehbar und wurde noch verstärkt durch Umstände, die für uns nahezu unvorstellbar sind. Die Beschaffung von Trinkwasser erforderte Fußmärsche von mehr als zwei Stunden in steilem Gelände, und zwar tagtäglich. Umso erstaunlicher war dann die Erkenntnis, mit welcher Demut und Gelassenheit die Menschen ihr Schicksal ertrugen.

Dasgleiche galt auch für die zahlreichen Tagelöhner auf den Reisfeldern.

Mit Humor gegen die Hitze

Dezember und Januar gehören noch zu den regenreichen Monaten in diesen Breiten. Bei unserer ersten Reise über die Jahreswende 1984/85 war es allerdings sehr heiß und es regnete kaum. Die Arbeiter auf dem Reisfeld waren von dieser Hitze sichtlich mitgenommen, ertrugen die Arbeit und die widrigen Umstände dennoch mit Humor.

Erlebnisse, Ereignisse und Abenteuer wie diese haben sich über den ganzen Aufenthalt von mehr als sechs Wochen wiederholt und fortgesetzt.

Die Rückreise ist damals schwer gefallen. Wir haben jedoch viele schöne Erinnerungen und Eindrücke mitgenommen.

Die Philippinen sind ein abenteuerliches Reiseland und aus vielen Gründen wert, besucht zu werden!