Der „Cockpit“, Hahnenkampf auf philippinisch

Auf den Philippinen genießen die Hauptdarsteller beim sonntäglichen Cockpit (zurückgehend auf die etwas eigentümliche philippinische Aussprache von „Cockfight“;), der philippinischen Version vom Hahnenkampf, ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, Pflege und Zuneigung, die bis hin zur totalen Selbstaufopferung geht.

Prachtvolle Exemplare von Kampfhähnen, wie der hier abgebildete, erreichen nach nur wenigen  erfolgreichen Fights schnell einen Wert von 100000 Peso und mehr. Das ist etwa das Einkommen eines schon gut verdienenden Arbeiters in einem halben Jahr.

Am Sonntag Nachmittag ist Happiness angesagt

Happiness ist in diesem Zusammenhang viel mehr, als nur Freude und Fröhlichkeit, wie es die einfache Übersetzung nahelegen würde.

Die Happiness, die hier gemeint ist, ist die totale Hingabe und Begeisterung für ein Ereignis, was in unseren Breiten alleine schon aus ethischen Gründen nur wenige Freunde finden würde.

Andererseits sind die vorwiegend männlichen Anhänger vom Cockpit so gefesselt, dass mit diesem Beitrag das ganze Geschehen um den Hahnenkampf etwas näher beleuchtet werden soll.

Dass zwei gesunde Hähne aufeinander losgehen, wäre zunächst nicht sehr verwunderlich. Die Kampfhähne auf den Philippinen werden allerdings zu Spezialisten im Umgang mit einer tödlichen Waffe herangezogen und trainiert.

Nach einem heftigen und blutigen Gefecht, das nicht selten weniger als 30 Sekunden dauert, gibt es meistens schon einen Sieger und einen tödlich getroffenen Verlierer.

Die Suche nach geigneten Gegnern

Bevor es jedoch zum show-down kommen kann, müssen geeignete  Kampfpartner   gefunden werden. Dies geschieht vor der Arena, wobei sich die Experten, die ihre Hähne auf das Kämpfen mit einer scharfen Klinge gedrillt haben, die gegnerischen Kandidaten genau anschauen.

Ein Fighting Cock muss meistens über ein Jahr gut gepflegt und trainiert werden, bevor er in der Lage ist, den ersten Kampf zu bestreiten. Das ist für philippinische Verhältnisse mit hohen Unkosten verbunden.

Durch dieses Prozedere ist allerdings auch sichergestellt, dass sich bei der Entscheidung etwa gleichwertige Gegner gegenüberstehen, und das ist entscheidend für die Wetten, die den wichtigsten Teil beim Hahnenkampf ausmachen.

Letzte Vorbereitungen vor dem Kampfgeschehen

Kurz vor dem eigentlichen Kampf wird eine etwa 10 Zentimeter lange Stahlklinge an den rechten Lauf des Kampfhahnes angelegt. Dies ist gefährlich und kann nur von Experten durchgeführt werden. Bei diesen Maßnahmen und beim Kampfgeschehen selbst passieren nämlich jährlich schwere Unfälle, auch mit Todesfolge.

Inilog oder Biya, die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig

Die Regularien um das Wetten auf Kampfhähne ist komplex. Zunächst müssen die Einsätze der beiden Parteien sichergestellt sein. Das Ganze läuft ungefähr so ab, dass der Inilog eine Summe von mindestens 5000 Peso und mehr an Wetteinsatz bringt. Der Biya, den man als eine Art Herausforderer ansehen kann, muss dann dafür Sorge tragen, dass er mit der Hilfe von Wettteilnehmern diese Summe aufbringen kann.

Der Biya ist nämlich meistens der, der von sich aus den geforderten Mindesteinsatz nicht aufbringen kann.

Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, dann kommt das breite Publikum zu Wort und schließt seine Wetten ab. Das läuft dann genau wie das Kampfgeschehen  selbt unter teilweise ohrenbetäubendem Lärm ab.

Nach nur kurzer Zeit, selten länger als eine Minute, ist mindestens einer der Kampfgiganten tödlich getroffen.

Meistens wird aber auch der siegreiche Hahn erheblich verletzt, sodass sofortige ärztliche Maßnahme erforderlich werden denn wie schon erwähnt, nach jedem Sieg wird ein Kampfhahn wertvoller.

About Holzwaeller

Holzwaeller bzw. "Sigi" bereist die Philippinen schon seit mehr als dreißig Jahren und ist ein absoluter Pionier, wenn es um Abenteuer auf den Inseln geht. Er kennt sich nicht nur geografisch bestens aus sondern hat für den Philippinen Tours - Reiseführer auch individuelle Karten erstellt.

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