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Santo Nino, das heilige Kind von Cebu, ist der Anlass, zu dessen Ehren alljährlich das Sinulog Festival gefeiert wird. Man glaubt, dass der rituale Tanz Sinulog schon vor der Eroberung der Philippinen zu Ehren der Götter der Urbevölkerung aufgeführt wurde. Nach der endgültigen Unterwerfung der Urbewohner durch die Spanier und der danach einsetzenden Christianisierung sei die Verehrung dann aber auf das Kind Jesu in der Gestalt von Santo Nino übergegangen.

Das Abbild des Kindes Jesu in der Holzfigur des Santo Nino war ein Taufgeschenk des portugiesischen Eroberers Magellan an die Frau des damaligen Rajas von Cebu  „Humabon“. Diese Figur soll nach der endgültigen Eroberung Cebus, 44 Jahre nach Magellans Tod, in einer Hütte neben Heiligenbildern der Ureinwohner unversehrt gefunden worden sein.

Es dauerte schließlich über 400 Jahre bis die Bedeutung des ritualen Tanzes Sinulog mit der Einrichtung des gleichnamigen Festivals angemessene Berücksichtigung fand.

Das erste Sinulog Festival im Jahr 1980

Bis zum Jahr 1980 wurde der Sinulog, fast unbeachtet, nur von gläubigen Kerzenspendern im Eingangsbereich der Basilica del Santo Nino getanzt.

Zu der Entstehung und der Gestaltung des Sinulog Festivals und der Festlegung der Art der Tanzaufführung selbst, haben wichtige Universitäten und Hochschulen in und im Nahbereich von Cebu-City, nach sorgfältiger Analyse der überlieferten Tanzschritte, in viel Kleinarbeit und mit großem Ehrgeiz beigetragen.

Neben dem Bestreben, dem Sinulog eine angemessene und bleibende Bedeutung zu verschaffen, galt es auch, eine Art philippinisch internen Landeswettbewerb anzustrengen und sich mit bereits etablierten Festivals im Lande messen zu können wie beispielsweise dem Ati-Atihan Festival in Kalibu Aklan auf der schönen Visayas Insel Panay.

Die sogenannte „Grand Parade“ findet alljährlich im Cebu City Sports Center statt. Hier gibt es die baulichen Voraussetzungen, um ein Ereignis dieser Größenordnung ausführen zu können. Auf der Zuschauer-Tribüne des Stadions haben etwa 10000 Menschen Platz, eine lächerlich kleine Anzahl im Vergleich zu den Menschenmassen, die dem anschließenden „Street-Dancing“ beiwohnen.

Das Leitmotiv des Sinulog ist „One Beat, One Dance, One Vision“

Etwas freier übersetzt heißt das soviel wie, „Ein Rythmus, ein Tanz, eine Vision“.

Schon zu dem Zeitpunkt, als das Sinulog-Festival aus der Taufe gehoben wurde, hat man das Leitmotiv geprägt. Dies in dem Bestreben, dem Ritual feste und unverfälschte Regeln mit auf den Weg zu geben, solange das Festival stattfinden würde.

Die Tanzgruppen rekrutieren sich im Wesentlichen aus Schülern, Studenten und anderem Personal von Grundschulen, Volksschulen und Hochschulen. Der Tanzauftritt findet im Rahmen eines Wettbewerbs statt, bei dem es für die Gewinner stattliche Geldpreise gibt.

Die groben Bewertungsrichtlinien sind an der Wahl des Themas, dem Konzept und dem Ritual orientiert. In vielen Einzelregeln werden den Tanzgruppen genaue Ausführungsvorschriften nahegelegt.

Für jede Verfehlung gibt es Punktabzug.

Wichtige Kriterien liegen in der Choreographie, der Artistik, der Qualität der Kostüme, den benützten Requisiten und vielen anderen Dingen. In der Aufführung selbst soll auch der Übergang vom heidnischen Kulturursprung in die christliche Phase erkennbar werden. Der übergroße Santo Nino (oben) wird in Sekundenschnelle durch eine Menschenpyramide gebildet. Viele derartige artistische Einlagen und die Synchronität der Bewegungsabläufe sind ein echter Augenschmaus und überaus erstaunlich, wenn man das Alter der Darsteller berücksichtigt.

Logistische Meisterleistung im Ablauf der Grand Parade

Alle teilnehmenden Tanzgruppen müssen ihre Requisiten manuell auf die große Bühne schaffen (etwa 50 m x 20 m groß). Die Mindestanzahl einer Tanzgruppe sind 60, die maximale Anzahl 100 Personen. Bei etwa 50 Tanzgruppen kann man sich leicht vorstellen, wie hoch der logistische Aufwand einzuschätzen ist, der für einen reibungslosen Ablauf im Programm erfordelich ist. Die Requisitenteile sind teilweise 5 Meter hoch.

In den Zug aus Tanzgruppen werden kleinere Gruppen zur optischen Bereicherung eingeflochten. Mit dieser Maßnahme wird auch verhindert, dass während den Übergangszeiten, in denen sich die Tanzgruppen abwechseln und die neuen Tanzgruppen sich formieren müssen, Langeweile aufkommt.

Auf den Philippinen gibt es erstaunlich viele Bevölkerungsgruppen, die von den verschiedensten „Tribes“ (Stämmen von Ureinwohnern) abstammen. Vom Veranstalter wurde mehrmals die Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass es jährlich mehr Teilnehmer dieser Stämme gibt, die sich zur Teilnahme am Festival anmelden.

Street Dancing auf Cebu’s Osmena Boulevard

Zusammen mit den Teilnehmern aus nahezu allen Landesregionen der Philippinen, ist das Sinulog Festival auch zu einem philippinischen Festival geworden, was ausdrücklich auch im Bestreben der Gründer lag.

Das Ende einer Tanzvorführung des Sinulog wird von jeder Tanzgruppe durch ein spektakuläres Finale eingeleitet, das an einem ekstatischen Höhepunkt durch eine markante Aktion, wie beispielsweise einen kräftigen Konfettiregen beendet wird. Unter kräftigem und sehr berechtigtem Applaus tanzen die Gruppen dann weiter hinaus auf den Osmena Boulevard, wo Millionen von Zuschauern an der Begeisterung teilnehmen.

Das Sinulog Festival in Cebu-City, ritualer Tanz zu Ehren des Kindes Jesu: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 3 abgegebenen Stimmen.
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