Bohol braucht eure Hilfe!

Gerade jetzt nach dem schweren Erdbeben auf Bohol brauchen die Menschen den Tourismus mehr denn je. Warum ihr weiterhin hierher kommen müsst, um den Einheimischen zu helfen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Heute Nacht bin ich aufgewacht – nicht weil eines der vielen Nachbeben seit dem Erdbeben der Stärke 7.2 eingesetzt hat, sondern ein starker Regen. Wie würden sich die vielen tausend Menschen jetzt wohl fühlen, die seit letzten Dienstag teilweise unter freiem Himmel übernachten müssen? Selbst die Zelte dürften den starken Regenfällen bis heute Morgen kaum Stand gehalten haben.

Gestern Morgen war ich am Alona Beach, und irgendwie war alles „beim Alten“, und dann doch überhaupt nicht. Panglao ist eine Insel, die Bohol vorgelagert ist, und bei Weitem nicht so stark betroffen wie manche Regionen auf der Hauptinsel Bohol; manche Orte wie Loon, Maribojoc, Sagbayan, Carmen, Tubigon und einige mehr sind teilweise komplett in Schutt gelegt – Gerd von www.leben-auf-bohol.com schrieb am Mittwoch nach der Naturkatastrophe, dass in Loon, das laut verschiedenen Medienberichten mit am stärksten vom Erdbeben betroffen war, etwa jedes zweite Hause beschädigt oder eingestürzt ist.

Alona Beach, Panglao, Bohol

Der berühmt-berüchtigte Alona Beach, Panglao, Bohol im Jahre 2008

Von der Kirche ist nicht viel übrig geblieben – einige der alten Gebäude, die teilweise hunderte Jahre alt waren, sind quasi wie vom Erdboden verschwunden. Am Alona Beach kamen wir dann recht schnell mit Betroffenen ins Gespräch: viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Resorts haben Angehörige bzw. kommen direkt aus dem Erdbebengebiet und haben uns unter Tränen von der dramatischen Situation dort erzählt.

Tauchschulen und private Helfer vor Ort

Dabei schätze ich die Lage persönlich nicht als akut ein (zumindest nicht dahingehend, dass es eine große humane Katastrophe gibt) basierend auf den Gesprächen, die ich mit einigen Helfern geführt habe. Zwar gibt es viele Ortschaften auf Bohol, die nur schwer zugänglich sind, da einige Brücken eingestürzt sind; aber es kommt Hilfe über die Seewege – u.a. von den vielen Tauchschulen hier in Alona, dem bekanntesten Strand auf Panglao.

Eine davon ist etwa SeaQuest, die Tauchschule vom Oasis Resort: hier habe ich vor 16 Jahren zusammen mit meinem Vater (Holzwaeller) meinen ersten Tauchkurs (Padi Open Water Diver) absolviert, und ich kann mich noch gut erinnern, dass einer unserer ersten Tauchgänge zur nahe gelegenen Insel „Balicasag Island“ ging. Auch heute sind die Dive Sites einmalig schön und gehören zu den besten Tauchgebieten auf den Philippinen.

Neben SeaQuest sind auch Boote von den Philippine Fun Divers, Prana Bohol und weiteren Tauchschulen mit Lebensmitteln und Medikamenten in Richtung Loon auf Bohol aufgebrochen, wo sich eine Anlegestelle befindet. Viele Mitarbeiter der Crews kommen von der Hauptinsel Bohol und können auf diese Weise zusammen mit den Tauchschulen unterstützt durch die Spenden der Menschen persönlich vor Ort helfen. Alleine in Loon sollen ca. 50000 Menschen leben, die stark vom Erdbeben betroffen sind.

Damals gab es – soweit ich mich erinnern kann – am Alona Beach nur eine Handvoll Resorts – u.a. das Alona White Kew, wo wir damals residierten. Als ich dann 2008 nach langer Pause wieder einmal in Panglao, Bohol, war, hat mich das rege Treiben am Strand etwas überwältigt. So viel hatte sich verändert, und der Hype rund um Alona war klar zu erkennen. Ich war nicht allzu sehr begeistert von der Art und Weise, wie das vonstatten gegangen war – insgesamt schien mir das alles zu schnell und unorganisiert zu wachsen.

Bohol und Panglao Island heute

Bevor ich dann im März dieses Jahr meine mittlerweile zwölfte Tour quer durch die Philippinen begonnen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, länger hier auf Panglao zu bleiben – mittlerweile bin ich seit fast sieben Monaten mit kleinen Unterbrechungen vor Ort. Und ich habe Panglao und die Hauptinsel Bohol liebgewonnen: ich besuche fast monatlich Pamilacan Island und zähle diesen Trip immer noch zu den besten Ausflügen, die man hier in den Visayas machen kann.

Meine Fahrrad-Tour mit Jens und den Bugoy Bikers im Mai diesen Jahres quer durch Bohol, zu den Chocolate Hills, zum Loboc River, der Schmetterlingsfarm, der Tarsier Foundation und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten bleibt unvergessen und hat mir Bohol von einer ganz neuen Seite gezeigt. Der Viewpoint in Carmen, den ich 1997 zum ersten Mal besucht habe, wurde vom Erdbeben zerstört.

Viewpoint Carmen, Chocolate Hills

Chocolate Hills, Viewpoint in Carmen, Mai 2013

Wie es um den Viewpoint in Sagbayan bestellt ist, der meiner Meinung nach sogar noch schöner ist/war als der in Carmen, weiß ich (noch) nicht. Allerdings wird die übliche Sightseeing-Tour zu den Sehenswürdigkeiten Bohols erst einmal nicht möglich sein. Dafür ist aber hier auf Panglao Island nach wie vor die nötige Infrastruktur vorhanden, und die ganze Tourismusbranche wartet auf die Gäste.

Viele Besucher haben nach dem Erdbeben (verständlicherweise) ihre Bohol-Tour gecancelled. Ich habe auch schon einige Nachrichten per E-Mail und über Facebook erhalten von besorgten Urlaubern, die sich nicht sicher sind, ob sie nach Bohol kommen können. Ja!!! Unbedingt!!! Der Hafen in Tagbilaran ist zwar auch in Mitleidenschaft gezogen worden, aber die Boote (Ocean Jet etc.) fahren ganz normal nach Fahrplan.

Die Verbindung, d.h. die beiden Brücken von Tagbilaran nach Panglao Island sind auch intakt – es gibt also keinen Grund, seinen Urlaub nicht anzutreten. Und es ist überaus wichtig, dass die Touristen kommen: denn so können die Einheimischen hier weiterhin arbeiten und ihre Familien unterstützen. Also kommt bitte weiterhin nach Bohol und unterstützt die Menschen vor Ort! Wenn ihr Hilfe braucht, dann meldet auch einfach wie gewohnt per E-Mail an info[at]philippinen-tours.de – ich bin wohl noch länger hier und kenne mich mittlerweile recht gut aus.

Wie ihr auch helfen könnt

Wir hatten ja vor Kurzem eine neue Spendenaktion für philippinische Studenten gestartet, um ihnen bei der Finanzierung ihres Studiums zu helfen. Derzeit verwenden wir neue Spenden für die Erdbeben-Opfer hier vor Ort auf Bohol bis sich die Lage wieder entspannt hat. Vielen Dank an alle, die sich auf die Facebook-Meldung von gestern schon beteiligt haben – ihr seid wirklich super!

Wer jetzt mithelfen will, der kann uns über Paypal unterstützen, und wir leiten die Spenden wie gewohnt persönlich zu 100% direkt an die Bedürftigen vor Ort weiter.

John Rüth lebt derzeit auf Panglao, Bohol.Dieser Beitrag wurde von John geschrieben. Er ist seit März 2013 auf den Philippinen unterwegs – die meiste Zeit davon auf Panglao, Bohol. Er ist u.a. auch auf oder Facebook zu finden. Seit Neuestem schreibt er auch auf www.vagabundomagazine.com.

Bitte teilt diesen Beitrag mit euren Freunden und Bekannten, damit möglichst viel Hilfe hier in Bohol ankommt – hier wird sie momentan wirklich benötigt!

About John

John ist ein leidenschaftlicher Philippinen-Reisender und möchte allen neugierigen Abenteurern dieses Land, seine Kultur, Menschen und Natur aus verschiedensten Perspektiven nahe bringen. Er hat die philippinischen Inseln über ein Dutzend Mal von Nord nach Süd, von Ost nach West und zurück bereist und lebt seit März 2013 überwiegend in den zentralen Visayas. Zusammen mit Sigi und Mel hat er über Jahre hinweg den Philippinen Tours - Reiseführer verfasst.

, , , , , , , , ,







Lesen Sie hier mehr über die Mission von Philippinen Tours. Informationen zu unseren Touren gibt es auf dieser Seite. Günstige Hotelangebote gibt es bei www.agoda.com* und www.booking.com*. Weitere Literatur gibt es in dieser Übersicht.


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Newsletter abonnieren